(Re)Produktion von Geschlechter­normen in der Transsexuellen Praxis

Themenblock: »Forschungsarbeiten«

Referent_in: Tanja Vogler

Tag: Samstag, 20.9.2014, Beginn: 10:00 Uhr, Dauer: 2 Std.

Eine subjektwissenschaftlich orientierte Analyse

Transsexuelle Subjekte sind in ihrem alltäglichen Leben aufgrund der Tatsache, dass sie außerhalb der bestehenden Geschlechternormen existieren, ständig mit Widersprüchen konfrontiert, die einen subjektiven Leidensdruck auslösen. Mit einer subjektwissenschaftlichen Analyse bin ich der Frage nachgegangen, inwiefern sich diese Widersprüche durch die transsexuelle Praxis der Geschlechtsangleichung für die Betroffenen auflösen, ob der subjektive Leidensdruck innerhalb der eigenen Lebenslage gemindert werden kann und welche subjektiven Handlungsgründe die Einzelnen haben. Grundlage hierfür waren Theorien und Konzepte der Kritischen Psychologie nach Holzkamp. Die transsexuelle Praxis der Geschlechtsangleichung ist für die betroffenen Subjekte subjektiv funktional während sie die Widersprüche, die die Geschlechternomen mit sich bringen reproduziert. Ziel der Analyse ist es nicht Kritik an der Praxis der Subjekte zu üben, sondern an den Bedingungen der Geschlechternomen, die eine Geschlechtsangleichung für die Betroffenen subjektiv funktional erscheinen lassen. Alternativen sollen auf Grundlage der Kritik an eben jenen Bedingungen gedacht werden, welche wir intersubjektiv produzieren und reproduzieren.


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